Am 10. Juli 2018 übergab Kay Harz, Vorsteher der neuapostolischen Kirchengemeinde Karlsruhe-Süd eine Spende in Höhe von 5.220.-€ an den Reiterhof Durmersheim für die Reittherapie. Die Reittherapeutin und der Reit- und Fahrverein nahmen die Unterstützung dankend an, das entspricht ungefähr der Hallenmiete eines Jahres für die Reittherapie.
Frau Dr. Martina Rapp, Diplom-Psychologin und Reittherapeutin betreut mehrere Gruppen mit Kindern und Jugendlichen von suchtkranken Eltern. An mehreren Nachmittagen führt sie in der Reithalle 2-3 stündige Therapiekurse durch. Die Eltern wollen nicht, dass die Suchtprobleme in der Familie an die Öffentlichkeit kommen, aber die Kinder brauchen in dieser Situation Unterstützung und Betreuung. Martina Rapp hat beste Erfahrungen gemacht mit ihrer Reittherapie. "Im Umgang mit Tieren verlieren die Kinder ihre inneren Hemmungen, sie bekommen wieder Sicherheit und Selbstvertrauen", so Martina Rapp, "zuerst machen wir eine Stunde Reittherapie in der Halle, danach gehen wir hoch in den Gastraum, dort ist eine Küche, wir kochen und essen zusammen. Danach machen wir Therapiegespräche in kleinen Gruppen. Dazu benutzen wir ein sehr gutes Therapieprogramm, das vom Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) zur Verfügung gestellt wird. Es heißt 'Trampolin', es erklärt in kindgerechter und spielerischer Form die Problematik der Suchtkrankheit und wie man damit umgehen soll". Sie zeigt die Hilfsmittel, die es für die Gespräche gibt, zum Beispiel ein Tankstellenmodell, Würfel mit Fragen, Malblätter und Buntstifte.
Martina Rapp freut sich, in Durmersheim eine Reithalle gefunden zu haben, in der sie dieses Konzept durchführen kann. Die Schwierigkeit sei, dass während der Therapiekurse die Reithalle blockiert ist und nicht anderweitig genutzt werden kann. Deshalb sei jetzt geplant, neben der großen Halle eine kleinere Reithalle zu bauen, die speziell diesen Therapiezwecken dienen soll.
Die Reithalle wird vom Reit-und Fahrverein e.V. Durmersheim betrieben. "Es ist nicht einfach, genügend Helfer zu finden und es gibt viel Arbeit auf dem großen Gelände", so die erste Vorsitzende des Vereins, Susanne Goldchmidt. "Einmal im Jahr haben wir ein großes Reitturnier, das geht drei Tage lang, da sind dann 100 Helfer da, aber auch 300 Pferde", berichtet Ingrid Keasling, die zweite Vorsitzende des Vereins, "es wird jeden Tag etwas angeboten, auch für Kinder, am Samstag-Vormittag kommen dann die Voltigiergruppen". Zu der Reitanlage gehören neben der Reithalle auch Stallungen, sie bieten Platz für 20 Pferde.