Am Sonntag, den 14. April 2024 fand in der Gemeinde Langensteinbach eine Goldene Hochzeit statt. Hirte Wolfgang Mohr, der Vorsteher der Gemeinde, spendete Priester in Ruhe Wolfram Müller und seiner Frau Ingrid den Segen zu ihrem 50-jährigen Ehejubiläum.
Wie schon am vergangenen Sonntag bei der Konfirmation war auch an diesem Tag die Kirche richtig voll. Viele Gäste aus nah und fern kamen zu dieser Goldenen Hochzeit. Ein Musik-Team hatte sich schon im Vorfeld Gedanken gemacht, wie sie das Fest musikalisch hervorheben könnten. Kurz vor dem Gottesdienst ertönte das Lieblingslied von Priester Müller als Solostück, zuerst von der Geige und dann von der hellen, klaren Querflöte vorgetragen, als Einstimmung auf den Gottesdienst.
Bei seiner Ansprache an das Hochzeitspaar zählte der Vorsteher etliche Handreichungen auf, die das Ehepaar für die Gemeinde verrichte. Dabei stellte er eine Parallele zu einer Fußballmannschaft her: „Die Mittelstürmer werden immer gefeiert, weil sie die Tore schießen, aber ohne eine gute Mannschaft im Hintergrund bekommen sie keine Vorlage für ein Tor“. So charakterisierte er auch das Zusammenleben der Beiden. Er ging dann auf den Segen ein, den die Beiden von ihm erbeten hätten: „Wofür brauchen wir den Segen? ..und wie soll er sich auswirken? Ich stelle mir das so vor wie bei einem E-Bike. Natürlich kann man auch mit einem normalen Fahrrad den Berg hinauffahren, aber wenn man so einen zusätzlichen Antrieb hat, dann geht es viel, viel leichter. Ich hoffe, dass sich dieser Segen für eure kommende Zeit ebenso auswirkt“.
Als Grundlage für den Gottesdienst diente ein Bibelwort aus dem Johannes-Evangelium, Kapitel 20, Vers 28: „Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott“. Der Vorsteher stellte klar, dass Thomas, der allgemein als der ‚Ungläubige Thomas‘ bezeichnet würde, nach der Begegnung mit Jesus, ihn als den Auferstandenen erkannte und ihn sogar als seinen ‚Gott‘ bezeichnete, sodass er nicht mehr ‚ungläubig’ war. Er bat Evangelist Georg Robak um einen Predigtbeitrag mit dem Hinweis: „In seinem irdischen Beruf ist der Evangelist Rechtsanwalt, jetzt kann er ja einmal den Thomas vertreten und ihn verteidigen“, so der Vorsteher.
Am Ende des Gottesdienstes, nach dem Abschlusslied der Sänger, trug der Organist ein bravouröses Orgelstück vor, das mit einem spontanen Applaus belohnt wurde.
Während der Glückwunsch-Zeremonie vor dem Altar warteten die Kinder schon ungeduldig vor dem Kircheneingang. Sie hatten nämlich etwas Besonderes vorbereitet: Jedes Kind hatte einen goldenen Luftballon in der Hand. Sie warteten, bis das Hochzeitspaar die ersten Treppen heruntergegangen war, dann fingen sie an, ein fröhliches Lied zu singen, mit Gitarrenbegleitung, so laut sie konnten, sie hatten es zuvor in der Sonntagschule eingeübt. Bei der letzten Strophe kannten alle Geschwister den Refrain schon auswendig und sollten ebenfalls mitsingen, so laut sie konnten. Als Abschluss wurde dann der Luftballonstart inszeniert: es wurde von 10 heruntergezählt und bei „3, 2, 1, Los!“ flogen alle goldenen Ballons gleichzeitig in die Luft.