Am Freitag, den 4. Oktober 2024 lud die Gemeinde Karlsruhe-Mitte zu einer musikalischen Festandacht ein. Im Rahmen des Jubiläums waren dazu zahlreiche Ehrengäste eingeladen.
„Lob und Dank für 125 Jahre Gemeinde Karlsruhe-Mitte“, das war die Überschrift für diesen musikalischen Leckerbissen. Keinen ‚Festakt‘, wie es der Vorsteher der Gemeinde, Tobias Metz, bei seiner Begrüßung formulierte, sondern bewusst eine ‚Festandacht‘, die vom gemischten Chor, dem Orchester und dem Männerchor der Gemeinde Karlsruhe Mitte gestaltet wurde.
Bezirksapostel Michael Erich eröffnete die Andacht mit dem Hinweis, dass er nicht nur als Präsident der Neuapostolischen Kirche Süddeutschlands gekommen sei, sondern dass die Gemeinde Karlsruhe-Mitte seine Heimatgemeinde war, in der er aufgewachsen sei und deshalb auch eine besondere Verbindung zu ihr habe. Er dankte den Vertretern der anderen Kirchen, die zuvor von Tobias Metz begrüßt wurden, für ihr Kommen und ihre Bereitschaft, ein Grußwort zu sprechen.
Der erste Glückwunsch für die Gemeinde kam von Pfarrerin Kira Busch Wagner, die als Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) die geschickte Terminwahl der Jubiläumsveranstaltung lobte: „Ihr habt das Fest auf den Erntedanktag gelegt, das war eine kluge Entscheidung und zeigt die Einstellung zu diesem Jubiläum“. Sie zählte die drei Erntedankfeste der Juden im Laufe des Jahres auf und vertiefte den Gedanken zum Dank für die Ernte und für die Schöpfung.
Für die Katholische Kirche kam der stellvertretende Dekan Erhard Bechtold und bekannte ganz offen: „Ich habe mich so auf diese Festandacht gefreut, weil ich von den Neujahrsempfängen weiß, welches musikalische Niveau die Neuapostolische Kirche bietet: vom Feinsten!“. Er brachte seine Freude über die Öffnung der NAK gegenüber anderen Kirchen zum Ausdruck und sprach von einem ‚Verfallsdatum‘ für die Kirchen. „Wenn Jesus kommt, ist unser Auftrag erfüllt, dann brauchen wir keine Kirche mehr“ und schloss mit den Worten: „wir haben beide eine ‚gute Botschaft‘ zu verkündigen“.
Prälat Dr. Marc Witzenbacher von der Evangelischen Landeskirche in Baden kam extra mit der Bahn aus Freiburg angereist, um im Namen der Landesbischöfin Heike Springhart die Glückwünsche zum Jubiläum zu überbringen. Er bedankte sich für die Gastfreundschaft der NAK vor zwei Jahren bei der ÖRK-Vollversammlung und dass sie bald wieder ihr Gebäude zur Verfügung stellen würde. Auch er lobte die ökumenische Zusammenarbeit und rief dazu auf, mutig die Einheit zu gestalten. „Gott schenke uns Einheit und Frieden“, so sein Schlusswort.
Zwischen den einzelnen Rednern zeigte die Gemeinde, wie vielfältig ihr musikalisches Repertoire ist: einmal sang der Chor, dann spielte das Orchester oder es sang der Männerchor, einmal spielte die Orgel zu einem Cellostück, dann wieder zu einem Posaunensolo. Auch die Kombination von Orgel mit Klavier war eine Überraschung. Die einzelnen musikalischen Vorträge waren so abwechslungsreich, so sensibel ausgesucht und so perfekt vorgetragen, dass der Abend zu einem Musikerlebnis der besonderen Art wurde.
Gegen Ende bat Michael Ehrich den Bürgermeister der Stadt Karlsruhe, Albert Käuflein ans Rednerpult. Dieser erklärte in seiner freudigen Art: „Ich stehe eigentlich gar nicht auf dem Programm, aber als mich euer Bezirksapostel gesehen hat, fragte er mich, ob ich auch etwas sagen könne“. Er brachte den Glückwunsch zum 125jährigen Jubiläum zum Ausdruck und übermittelte die Grüße des Oberbürgermeisters. Er sprach seinen besonderen Dank aus für das gute Miteinander der Kirchen in Karlsruhe und bedankte sich auch für ihre Arbeit. Er prägte den Satz: „Die Kirchen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Stadt“.
Am Ende lud der Orchesterdirigent alle Zuhörer dazu ein, gemeinsam das Abschlusslied zu singen: „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren!“ Der Bezirksapostel beendete die Andacht mit einem Gebet.
Anschließend wurde für die Besucher dieser Festandacht die ‚Licht- und Klanginszenierung‘ des Vortages wiederholt, danach wurden alle zum Sektempfang ins Foyer im Erdgeschoss eingeladen.