„Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.“ Dieses Bibelwort aus Psalm 139,16 wählte Bezirksapostel Michael Ehrich zur Trauerfeier für den Gemeindevorsteher Martin Halama am 8. Juli 2025 in Karlsruhe Nordost.
Zunächst las der süddeutsche Kirchenpräsident den Lebenslauf des Verstorbenen vor. Martin Halama ist am 13. November 1963 geboren und diente vier Jahrzehnte als Amtsträger in der Neuapostolischen Kirche, davon 16 Jahre als Gemeindevorsteher. Außerdem war die Aufzählung, was der Verstorbene daneben noch alles in der Kirche getan hatte, ziemlich lang. Unter anderem war er viele Jahre lang Bezirksorchesterdirigent gewesen, weshalb das Bezirksorchester zu diesem Anlass auch einige Stücke spielte.
*Ins Buch des Lebens geschrieben*
„Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung“, war ein Trostgedanke aus Jeremia 29,11, den Bezirksapostel Ehrich der Trauergemeinde sagte. Es sei zwar nicht mehr möglich, sich mit dem erfahrenen Geistlichen auszutauschen, sagte der Bezirksapostel im Hinblick auf die beiden Söhne des Verstorbenen, die ebenfalls im Amt sind, aber in Zukunft könne mancher Rat durch die Verbindung lebendig werden.
Das Bibelwort sage aus, dass Gott alles sehe und wisse. Die Geburt, seine Taufe, die Tage des Kennenlernens mit seiner Witwe Elke, das sei alles bereits in Gottes Buch geschrieben. Die freudigen Tage, wie die Geburt seiner Kinder und Enkelkinder, seien ebenfalls bereits in das Buch Gottes geschrieben gewesen, genauso wie die Aufgaben, die er in der Kirche übernommen hatte. Und auch die Tage der Krankheit habe Gott im Vorhinein gesehen, Tage des Hoffens und des Bangens seien in dieses Buch eingeschrieben und schließlich auch der Tag, an dem Martin Halama die Welt verlassen habe.
Der Bezirksapostel tröstete die Trauerfamilie und -Gemeinde damit, dass auch ihre zukünftigen Tage und auch der Tag der Wiederkunft Christi, an dem sich schließlich alle wiedersehen dürfen, bereits im Buch Gottes festgeschrieben seien.
*Ein Menschenfreund*
Bezirksevangelist Uwe Freier, Bezirk Bretten-Bruchsal, war auch zum Mitdienen eingeladen. Er sprach davon, dass die Trauerfeier ein trauriger Augenblick sei, da Martin Halama nicht mehr körperlich bei den Trauernden ist. Aber sie sei auch ein Augenblick der Dankbarkeit, da man spüren könne, dass Martin Halama ein Geschenk war. Und gemeinsam könne man auch freudig in die Zukunft schauen, weil es ein Wiedersehen geben werde, bei dem kein Leid mehr sein werde, nur noch vollkommene Freude in der Gemeinschaft mit Gott.
Bezirksvorsteher Lothar Heim griff in seinem Mitdienen ein Bild auf, das Martin Halama einmal selbst in einer Weihnachtskarte geprägt hatte: Er hatte dort von „Windflüchtern“ geschrieben, das sind Bäume, die unter dem Einfluss des Windes in eine bestimmte Richtung wachsen. Auch der Verstorbene habe sich in eine bestimmte Richtung gebeugt, und zwar unter den Willen Gottes. Der Bezirksvorsteher gab der Gemeinde den Rat mit: sich unter den Willen Gottes beugen. Der Gemeindevorsteher sei nicht entwurzelt, weil seine Wurzeln fest im Acker Gottes verwurzelt seien.
Die Gemeinde habe ihren Hirten verloren, sagte Apostel Martin Rheinberger in seinem Mitdienen, der immer da gewesen sei, den man immer habe ansprechen können. Aber einen habe die Gemeinde nicht verloren: einen, der für sie betet. Der Apostel bat die Gemeinde, wenn sie das nächste Mal zusammenkommen, daran zu denken, dass ihr Vorsteher jetzt für sie betet.
Nach dem Gottesdienst folgte noch ein Nachruf der Stadtwerke Karlsruhe, bei denen Martin Halama viele Jahre als Druckereimeister die Druckerei aufgebaut und sie in die digitale Welt geführt hatte.