Am Mittwoch, dem 8. Oktober 2025, fand in der Kirche der neuapostolischen Gemeinde Karlsruhe-Knielingen ein ganz besonderer und zugleich bewegender Gottesdienst statt: Bezirksevangelist Thomas Schmidt leitete den letzten Gottesdienst in diesem Gotteshaus und sprach am Ende die feierliche Entwidmung aus.
Die Kirche war an diesem Abend gut gefüllt, denn die Gemeinde Karlsruhe-West, die derzeit aufgrund von Malerarbeiten in ihrem Kirchengebäude in Knielingen zu Gast ist, nahm ebenfalls teil. So wurde dieser Gottesdienst zu einem emotionalen Abschied für alle Anwesenden – sowohl für die Amtsträger als auch für die versammelten Glaubensgeschwister.
Bezirksevangelist Schmidt schlug im Ämterzimmer die Bibel auf und wurde vom Geist Gottes auf ein Bibelwort gelenkt, bei dem als Überschrift stand: „Fürbitte des Apostels für die Gemeinde“. Er ging in seinem Dienen dann besonders auf diese Fürbitten des Apostels ein und las alle sieben Verse vor (Epheser 3, 14-19).
In seiner Predigt blickte der Bezirksevangelist auf die bewegte Geschichte der Gemeinde Knielingen zurück. Er stellte nachdenklich die Frage, wie viele Gottesdienste hier gefeiert, wie viele Konfirmationen durchgeführt und wie viele Gelübde an diesem Altar gesprochen wurden.
Er erinnerte daran, dass die Gemeinde Knielingen vor 98 Jahren gegründet wurde – als Abspaltung von Karlsruhe-West, das damals räumlich aus allen Nähten platzte. Nun, nach neun Jahrzehnten, führt der Weg zurück: Die beiden Gemeinden werden wieder zusammengeführt. Diesmal jedoch nicht unter dem Druck des Platzmangels, sondern im Geist der Einheit – in Karlsruhe-West bestehe keine Sorge, dass es zu eng werden könnte.
Ein weiterer Predigtbeitrag kam vom Gemeindevorsteher Philipp Braun. Er stellte die Frage: „Was machen wir aus diesem Gottesdienst?“ und gab selbst die Antwort: Der Gottesdienst sei vom Geist Gottes gelenkt worden, das gewählte Bibelwort eigens für diesen Anlass gegeben. So solle man sich auch in Zukunft weiter vom Heiligen Geist führen und leiten lassen.
In einem weiteren Rückblick trug Bezirksevangelist Schmidt Auszüge aus der Chronik der Gemeinde vor. Er nannte das Gründungsjahr, die verschiedenen Versammlungsstätten im Lauf der Jahrzehnte sowie die Namen der bisherigen Vorsteher, die die Gemeinde geleitet hatten.
Nach dem Schlussgebet erfolgte der feierliche Akt der Entwidmung: Mit einem besonderen Text wurde das Kirchengebäude offiziell entwidmet. Im Anschluss spendete der Bezirksevangelist den Schlusssegen.
Zum Abschluss des Gottesdienstes bat er alle Anwesenden, gemeinsam ein „Heimatlied“ zu singen – das Lied Nr. 410 aus dem Gesangbuch: „Ich weiß nicht, wann Christus, der König erscheint“, und zwar alle drei Verse.
Nach dem Gottesdienst rief Bezirksevangelist Schmidt den scheidenden Vorsteher Philipp Braun an den Altar und dankte ihm herzlich für seine geleistete Arbeit sowie für die liebevolle und engagierte Leitung der Gemeinde.
Diakon Daniel Hölzer aus der Gemeinde ergriff das Wort und sprach im Namen der Glaubensgeschwister und Amtsträger einen aus dem Herzen kommenden Dank an Philipp Braun aus. Besonders hob er die verständnisvolle, von Liebe geprägte Art des Vorstehers hervor, die die Gemeinde stets geeint habe. Als Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit überreichte er ihm ein Präsent.
Als Letzter richtete der verabschiedete Vorsteher noch einige Worte an die Gemeinde, er bedankte sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten sieben Jahren und die herzliche Aufnahme seiner Person in der Gemeinde.
So endete ein denkwürdiger Gottesdienst, der nicht nur einen kirchlichen Raum, sondern auch ein Kapitel Gemeindegeschichte würdig verabschiedete – getragen von Dankbarkeit, Gemeinschaft und dem Vertrauen auf Gottes weitere Führung.