Mit einem Lagerfeuerchen und heißem Tee empfingen die Schülerinnen und Schüler der Augusta-Sibylla-Schule den Bischof i.R. Jürgen Kieselmann bei einer offiziellen Spendenübergabe von 1 350.- Euro am 20. Januar in Rastatt.
Bei eisiger Kälte und zugeschneiten Beeten ist eine Spende für den Schulgarten eigentlich nicht notwendig, könnte man denken. Dem widersprach Frau Sybille Kirchner, Vorsitzende des Fördervereins heftig: „Wir brauchen das Geld dringend, denn wir haben im kommenden Jahr viel vor. Wir wollen hier Bäume pflanzen und viele Pflanzen einkaufen, da sind wir froh, wenn wir nicht jeden Cent umdrehen müssen. Es reicht nicht, wenn man einmalig ein paar Schaufeln kauft, die Geräte müssen immer wieder erneuert werden, der ganze Garten muss am Leben erhalten werden, das erfordert viel Arbeit und auch Geld“, so Frau Kirchner. Nur durch den Förderverein und das starke ehrenamtliche Engagement der Mitglieder seien solche Projekte wie der Schulgarten umzusetzen. „Wir würden uns auch über weitere Mitglieder freuen oder Mitbürger, die sich in diesem Projekt einbringen wollen“, so Frau Kirchner.
Die Augusta-Sibylla-Schule ist ein Bildungszentrum für Schüler mit Förderbedarf im Bereich Lernen. Zurzeit sind ca. 170 Schülerinnen und Schüler in 14 Klassen mit je 10-15 Schülern untergebracht. Sie werden durch Sonderpädagogen im Lernen gefördert, sie werden aber auch in praktischen Tätigkeiten durch vielfältige Angebote auf das Berufsleben vorbereitet. Es gibt eine Schreinerwerkstatt, eine Fahrradwerkstatt, gemeinsames Kochen und Backen, einen Schüler-Kiosk, alles Projekte mit einem direkten Realitätsbezug. „Der Schulgarten ist für uns nicht nur eine ‚Arbeit’, sondern ein ‚Projekt’, der Prozess ist uns wichtig“, so Frau Sylke Mauderer, die Leiterin der Sonderschule. „Viele haben zuhause keinen Garten, hier an der Schule ist Gartenarbeit möglich, das gibt das Gefühl ‚ich kann etwas’, ‚ich habe etwas geleistet’, ‚diesen Baum habe ich gepflanzt’, das stärkt das Selbstwertgefühl und fördert gewisse Begabungen. Und so sind etliche später dann im Landschaftsbau gelandet oder in einem anderen Beruf in ‚Lohn und Brot’ gekommen“, betonte Frau Mauderer.