Bilder von Flüchtlingsbooten im Mittelmeer und überfüllten Lagern in den Krisenländern sind fast täglich im Fernsehen zu sehen.
Diese Welle aus fliehenden und notleidenden Menschen erreicht aber auch unsere Stadt.
Die Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Baden-Württemberg in der Durlacher Allee in Karlsruhe ist seit Monaten überbelegt. Die Behörden haben im ganzen Stadtgebiet zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten angemietet. Eine dieser Unterkünfte für Familien liegt in der Karlsruher Nordstadt in der Nähe des NCO-Clubs des Stadtjugendausschusses.
Die Leiterin des NCO-Clubs, Frau Nesrin Aman, berichtete, dass irgendwann, neben den Kindern und Jugendlichen der Nordstadt, auch die Flüchtlingskinder bei Ihnen vor der Tür standen. Der Stadtjugendausschuss setzt sich seitdem für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen von 3-17 Jahren ein. Dass dies auch dringend notwendig ist, zeigt die sehr hohe Zahl an alleine fliehenden Kindern und Jugendlichen, die Karlsruhe ankommen. Das Betreuungsangebot wurde durch das Flüchtlingsprojekt auf alle Unterkünfte ausgeweitet. Zur Betreuung in den NCO-Club kommen im Schnitt circa 30 Kinder. Zu Spitzenzeiten können es auch 70 Kinder werden.
Für das Flüchtlingsprojekt wurden auch viele ehrenamtliche Helfer akquiriert. So finden unter anderem Deutschkurse, aber auch Freizeitangebote wie Trommelkurse, Kletterangebote und Theaterbesuche statt. Das Angebot ist im ständigen Wechsel und wird dem Bedarf der Kinder angepasst.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Bemühungen, behutsam Kontakte zu der Karlsruher Bevölkerung herzustellen. Diesen Gedanken nahm die Gemeinde Karlsruhe-West auf und beteiligte sich mit einigen Jugendlichen und Geschwistern im Rahmen einer Weihnachtsfeier für Flüchtlingskinder mit einem Basteltisch. Was zunächst sehr einfach klingt, zeigte eine sehr große Wirkung sowohl bei den Kindern, als auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde Karlsruhe-West.
Kinder aus den verschiedenen Krisenregionen unserer Erde falteten, schnitten klebten und lachten dabei gemeinsam einige Stunden. Im persönlichen Kontakt miteinander bekamen die Fernsehbilder einen direkten Bezug zu unserer Realität.
Der Kirchenbezirk Karlsruhe 2, die Gemeinde Karlsruhe-West und das Missionswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland unterstützen die Arbeit des Stadtjugendausschusses mit einer Spende in Höhe von 1.000 Euro. Am 23. Februar 2015 übergaben der Gemeindevorsteher der Gemeinde Karlsruhe-West, Andreas Ringle, und die Öffentlichkeitsbeauftragte des Bezirks Karlsruhe 2, Frau Melanie Ungeheuer diese Spende an die Verwaltungsleitung des Stadtjugendausschusses, Frau Petra Miltz, und an die Koordinatorin des Flüchtlingsprojektes, Frau Charlet Reising.
Wie genau das gespendete Geld ausgegeben wird, ist noch in der Planung. Erste Ideen gibt es schon; wir werden wieder darüber berichten.