Am Dienstag, 5. Dezember 2017 übergab Gerhard Rastetter im Auftrag der Neuapostolischen Kirche einen Scheck von 3 000.- € an den gemeinnützigen Verein "Karlsruher Kindertisch e. V.". Hier ein Bild von der Scheckübergabe v.l.n.r.: Ingo Wellenreuther, 1. Vorsitzender des Vereins, Christel Amann, 2. Vorsitzende, Ursula Leuchte-Wetterling, Geschäftsführerin des Vereins und Gerhard Rastetter von der NAK-Karlsruhe.
"Bald feiern wir unser 10jähriges Bestehen, da müssen wir im nächsten Jahr irgendetwas Größeres machen, damit wir in der Bevölkerung besser wahrgenommen werden", so begrüßte Christel Amann den ehemaligen Vorsteher der Gemeinde Durmersheim, Gerhard Rastetter, als er zur Spendenübergabe in's Acabelle de Fleur kam. "In diesen 10 Jahren haben wir schon fast eine Million Fördermittel verteilt", ergänzte Ursula Leucht-Wetterling, die Geschäftsführerin des Vereins mit ein wenig Stolz.
Die Idee zu diesem Verein wurde geboren, als im Jahr 2008 bei einer Untersuchung festgestellt wurde, dass ca. 5 - 15 % aller Karlsruher Kinder kein warmes Mittagessen erhalten. Ingo Wellenreuther, der die Untersuchung als Bundestagsabgeordneter in Auftrag gab, startete damals die Initiative "Eine warme Mahlzeit am Tag für jedes Kind". Der neu gegründete Verein sollte es allen bedürftigen Eltern ermöglichen, den Kindern ein Mittagessen zu bieten. Anfangs wurde versucht, den Kindern in kooperierenden Kantinen oder Gaststätten das Mittagessen zu servieren. Schnell wurde klar, dass man diese "bedürftigen" Kinder nicht an einem gesonderten Ort zum Essen einladen kann. Das kann schnell zu einer Stigmatisierung und zur Ausgrenzung der "Notleidenden" kommen. Deshalb wird jetzt durch den Verein dafür gesorgt, dass die Kinder mit allen anderen Kindern zum Essen in die Schulmensa gehen können. Das Geld, das die Eltern nicht aufbringen können, wird vom Verein beigesteuert. So erfahren die Mitschüler nicht, dass ein Kind aus einer finanziell oder sozial schwierigen Situation von einer Hilfsorganisation Geld erhält, um an der Gemeinschaftsverpflegung teilnehmen zu können.
Die Unterstützung bekommt man auf Antrag, der von den Trägereinrichtungen (Schulen, Kindergärten) gestellt und vom Verein unbürokratisch bewilligt wird. Die Lehrer oder Betreuer können am besten einschätzen, welche Eltern sich den Essensbeitrag zur Gemeinschaftsverpflegung nicht leisten können. Oft droht den Kindern der Ausschluss von Kindergärten, wenn die Eltern den Essensbeitrag nicht bezahlen. Um solche Härtefälle zu vermeiden, sammelt der Verein Spenden. So kann den Eltern aus dieser Notsituation herausgeholfen und den Kindern der Verbleib in der Kindergartengemeinschaft ermöglicht werden.
Inzwischen konnte der Verein bereits auf 150 Mitglieder wachsen und mehrere zuverlässige Partner gewinnen (siehe Sponsoren auf der Website). Mit den Kostenübernahmen und Zuschüssen können mittlerweile über 500 Kinder aus 82 Schulen, Kindergärten und anderen pädagogischen Projekten und Initiativen ein warmes Mittagessen erhalten. Im vergangenen Schuljahr benötigte der Verein 100 000.- €, um alle Anträge bewilligen zu können.
Der Verein ist organisatorisch an die Seniorenresidenz Acabelle de Fleur angegliedert, die von Christel Amann geleitet wird. Das macht die Administration etwas einfacher. Näheres über den Verein ist auch auf der Internetseite zu finden: https://www.karlsruher-kindertisch.de/