Am 19. Juli 2021 feierte die Gebietskirche NAK-Süddeutschland ihre Jahresfeier 2021 und gleichzeitig das 100jährige Jubiläum der Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts im Fojer des BGV (Badischen Gemeinde-Versicherungsverband) in Karlsruhe.
Am 29. März 1921 wurden der Neuapostolischen Kirche im damaligen Freistaat Baden die Körperschaftsrechte verliehen. Dieses Ereignis wurde in der Jahresfeier 2021 zum Anlass genommen, das offizielle 100jährige Bestehen der Kirche als Jubiläum zu feiern. Freundlicherweise hat der Badische Gemeindeversicherungsverband erneut sein Gebäude zur Verfügung gestellt, um dieses Fest in würdigem Rahmen und in der Stadt zu feiern, in der die Urkunde damals ausgestellt wurde. Corona-bedingt konnten nicht ganz so viele Gäste geladen werden, wie in den vergangenen Jahren. Trotz der größeren Abstände bot jedoch das weiträumige Fojer des BGV einen festlichen Rahmen für die Feier.
Zu Beginn eröffnete ein Streichorchester mit Flügelbegleitung die Veranstaltung. Auf einem erhöhten Podest, einer Art 'Bühne', kamen sie mit ihrem schwarzen Outfit in dem ganz in Weiß gehaltenen Raum sehr gut zur Geltung. Sie fielen nicht nur durch ihr Äußeres, sondern auch durch ihre professionell vorgetragenen Musikstücke auf.
Zunächst hieß Raimund Herrmann vom Vorstand als 'Hausherr' die Gäste in den Räumen des BGV herzlich willkommen. Danach begrüßte Bezirksapostel Michael Ehrich als heutiger Präsident der NAK-Süddeutschland die Anwesenden und bat sie gleich zu Beginn um eine Schweigeminute für die Opfer der Flutkatastrophe. Dann gab er einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung der Kirche in den vergangenen 100 Jahren.
Frank Mendrup, der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe richtete danach einige Grußworte an die Zuhörer und würdigte das Engagement der Kirche im Gefüge der Stadt.
Als Festredner war Wolfgang Bosbach eingeladen, der mit einer kurzen Verspätung eintraf und sich dafür zuerst „großformatig“ entschuldigte. Das Thema seines Vortrages war 'Veränderung'. Er ging dabei zunächst auf die Veränderungen in der Kirche ein und erinnerte daran, dass er als Jugendlicher noch erlebt habe, dass die Frauen auf der linken und die Männer auf der rechten Seite sitzen mussten. Dass Eltern nicht zur Hochzeit kamen, weil die evangelische Tochter einen katholischen Mann heiratete. Zum Glück gäbe es durch die ökumenische Annäherung heute so etwas nicht mehr. Er zählte vielerlei Veränderungen auf, die zum Teil durch eine einzige Erfindung das Leben der Menschen grundlegend umkrempelten, wie zum Beispiel die Eisenbahn. Er ging auch auf die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen der letzten Generationen ein und machte den Wandel an einigen konkreten Beispielen deutlich. Gegen Ende beleuchtete er Fragen, die uns heute beschäftigen, er nannte dabei die Europäische Union, die Energieversorgung, die Rentenversicherung und die neue Parteienlandschaft. Zum Schluss gab er noch den Rat, seine Stimme denen zu geben, die nicht den Extremisten die Hand reichten.
Nach dem Festvortrag lud Michael Ehrich zu einem kleinen Imbiss ein. An vielen Stehtischen war genügend Gelegenheit zum Gedankenaustausch, zu Gesprächen und um neue Bekanntschaften zu schließen. Zu dieser Jahresfeier der Neuapostolischen Kirche waren auch zahlreiche Vertreter von anderen Konfessionen gekommen.