Am Donnerstag, 23. November 2023 fand in Bühl, im Katholischen Gemeindehaus, ein Themenabend über Apostolizität statt, zu dem der evangelische Stadtpfarrer Götz Häuser auch die Neuapostolische Kirche eingeladen hatte. Die katholische Kirche wurde von Stadtpfarrer Martin Drahtschmidt vertreten. Von der Neuapostolischen Kirche nahm Hirte i.R. Michael Herr teil. Die Veranstaltung war mit etwa 70 Teilnehmern recht gut besucht. Die Glaubensgeschwister aus der Gemeinde Bühl stellten ein gutes Drittel der Teilnehmer.
Nach einem gemeinsam gesungenen Lied „Nun danket alle Gott“ stellten sich die Referenten vor und gaben kurz ihre Erwartungshaltung ab. Danach hatte jeder Referent etwa 10 Minuten Zeit Apostolizität aus Sicht seiner Kirche zu erklären.
Der Hirte stellte die Apostolizität aus neuapostolischer Sicht dar: Die Kirche Christi ist dann „apostolisch“ wenn die apostolische Lehre verkündigt wird. Die apostolische Lehre ist die unverfälschte Botschaft von Tod, Auferstehung und Wiederkunft Christi gemäß der Lehre der urchristlichen Apostel, wie im Neuen Testament bezeugt und von den ersten Christen geglaubt und gelebt wurde (Apg 2, 42) und das apostolische Amt wirkt.
Das apostolische Amt ist das von Christus gegebene und vom Heiligen Geist gelenkte Apostelamt mit seinen Vollmachten: Verkündigung des Evangeliums, Spendung der Sakramente, Vergebung der Sünde.
Der Hirte ging dann auf die enge Verbindung zwischen inhaltlicher und personaler Apostolizität ein. Er skizzierte kurz die apostellose Zeit, sowie die Wiederbesetzung des Apostelamtes 1832 und beleuchtete die Aufgabenstellung und Wichtigkeit des Apostelamtes anhand des vierten und fünften Glaubensartikels.
Zum Schluss erwähnte der Hirte, dass Apostolizität zum einen die Treue zu den Ursprüngen des Glaubens und die Verbundenheit mit der Kirche der urchristlichen Apostel bedeutet. Es bedeutet jedoch nicht Beharrung auf einem vorhandenen Zustand, bedeutet nicht Konservierung. Apostolizität enthält auch ein dynamisches Element. (Beispiele: Taufverständnis, Ökumene, neues Amtsverständnis, Frauenordination.)
Auch die beiden Referenten der evangelischen und katholischen Kirche stellten Ihre Sichtweise dar und waren dankbar über den Einblick in andere Konfessionen. Es wurde auch festgestellt, dass viel mehr Ansichten gleich sind und man diese gemeinsam hat, als dass es Unterschiede gibt.
Der evangelische Pfarrer Häuser hat sich sehr gefreut, dass es nach Jahren, in denen er immer wieder an unserem Kirchengebäude vorbeigefahren ist, Kontakt zur neuapostolischen Gemeinde gibt.
Im Anschluss an die Präsentationen wurden Fragen aus dem Kreis der Teilnehmenden beantwortet.
Die Veranstaltung wurde mit einem gemeinsamen Gebet, dem „Unser Vater„ beendet. Die Veranstaltung dauerte etwas mehr als 1 ½ Stunden.