Am Himmelfahrtstag war um 18.00 Uhr für die Aufbauhelfenden ein Gottesdienst angesetzt. Überraschenderweise erschien zu diesem Gottesdienst der Stammapostel. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, ein relativ kleiner Chor umrahmte den Gottesdienst musikalisch.
Alle Helfenden, die am Vormittag von Christi Himmelfahrt mit dem Aufbau der Stände beschäftigt waren, konnten nicht zum Gottesdienst gehen. Daher bot der Bezirksapostel für diese Geschwister einen Gottesdienst in der Zentralkirche Karlsruhe-Mitte an. Viele SKT-Teilnehmende, die nicht im Helferteam waren, nahmen die Gelegenheit wahr, in den Gottesdienst zu kommen. Somit reichten die Plätze kaum für alle Teilnehmenden aus, die aus allen Ecken Süddeutschlands angereist waren. Besonders auffällig war die Buntheit der Teilnehmenden: Nur wenige schwarze Anzüge stachen aus dem bunten Meer der Geschwister mit ihrer Kirchentagskleidung heraus. Außerdem hatten fast alle ihren bunten SKT-Schal umgehängt, wodurch sich ein sehr farbenfrohes Bild ergab, das man in dieser Zentralkirche bisher noch nicht erlebt hat.
Bezirksapostel Michael Erich war für diesen Gottesdienst angekündigt. Während des Eingangsliedes ging ein Raunen durch die Kirche: Die Geschwister erkannten, dass der Stammapostel zum Altar trat. Die Überraschung war groß; die Spannung löste sich jedoch schnell in allgemeine Heiterkeit, als der Stammapostel den Gottesdienst mit den Worten begann: „Zuerst muss ich mich entschuldigen, dass ich hier einfach so auftauche, unangemeldet; ich muss euch gestehen, ich habe nicht einmal eine Einlasskarte!“ Er sei auf dem Weg von Afrika zu einem Jugendtag auf der Insel Borkum gewesen, da habe ihn der Bezirksapostel gebeten, doch eine ‚Zwischenlandung‘ in Karlsruhe zu machen.
Die Lesung zum Himmelfahrtsgottesdienst wurde von einer sehr jungen Glaubensschwester vorgetragen.
Der Stammapostel ging auf die Begebenheit ein und machte einige Besonderheiten deutlich: Jesus, der als wahrer Mensch unter den Jüngern gewesen sei, sei gen Himmel gefahren und zu seinem Vater zurückgekehrt – auf direktem Wege, da er eine absolut enge Verbindung zu ihm hatte und ohne Sünde war. Dies sei für die Jünger ein erhebendes Gefühl gewesen, weshalb sie mit Freuden von dannen ziehen konnten. Außerdem versprach er, wiederzukommen – und gleichzeitig alle Tage bei ihnen zu sein, vertreten durch den Heiligen Geist, der an Pfingsten gespendet wurde. Dabei betonte der Stammapostel, dass es nicht wichtig wäre, vollkommen zu sein, um Jesu Liebe zu empfangen. Vielmehr gehe es darum, diese Liebe von ganzem Herzen zu erwidern.
Anschließend rief er den Bezirksapostel Michael Erich an den Altar mit dem Hinweis, er hätte sich in der Vorbereitung ja viele Gedanken für diesen Gottesdienst gemacht, davon könne er jetzt abgeben.
Im Anschluss an die Feier des Heiligen Abendmahls wurde auch für die Entschlafenen das Sakrament gespendet. Als Ausklang trug ein Männerensemble ein ergreifendes Lied vor. Einen besonderen Höhepunkt bereitete der Chor für die Gemeinde, als er sich in drei Gruppen teilte und gemeinsam mit einer Solosängerin das Lied „Bleibe bei uns, wenn es Abend wird“ aufführte. Zum Abschied riet der Stammapostel, nicht nur den Kirchentag, sondern auch den Fleischkäse in vollen Zügen zu genießen – womit die Geschwister ihn lachend verabschiedeten. Während der Stammapostel die Kirche verließ, sangen die circa tausend Teilnehmenden in voller Lautstärke „Die Sach‘ ist dein, Herr Jesus Christ“ – ein fulminantes Ende für diesen tollen Kirchentagsauftakt.