Am Sonntag, den 7. Juli 2024 führte Bezirksevangelist Thomas Schmidt einen besonderen Gottesdienst für Entschlafene in Ittersbach durch. Zu diesem Gottesdienst waren die Jugendlichen des ganzen Kirchenbezirkes eingeladen.
Das war schon ein außergewöhnlicher Ansatz, dass in einem Jugendgottesdienst des Bezirkes das Thema der Entschlafenen in den Fokus rückt. Man könnte denken, dass das Thema der jenseitigen Welt und das Weiterleben nach dem Tode bei der Jugend nicht gerade an erster Stelle steht. Trotzdem haben sich die Jugendleiter bei ihrem Jahrestreffen am 15. Juni 2024, als sie das Jahresprogramm für 2024 geplant haben, Gedanken gemacht, wie man dieses Thema auch den Jugendlichen nahebringen könnte. Bei diesem Treffen ging es zwar in einem ‚Impulsworkshop‘ um die Vorhaben des bevorstehenden Jahres, da wurde über Jugendaktivitäten nachgedacht, über Dinge, die den Jugendlichen Spaß machen und wie man sie dazu aktivieren kann. Es kamen viele positive Vorschläge, in einer freudigen Runde wurden sie zusammengetragen und nach Durchführungsmöglichkeiten gesucht.
Es wurde aber auch angesprochen, dass das Entschlafenenwesen in unserer Kirche einen wichtigen Stellenwert hat und auch unter den Jugendlichen besprochen werden sollte. Wie könnte das besser geschehen, als in einem Entschlafenengottesdienst, in dem sich die Jugendlichen explizit mit diesem Thema auseinandersetzen. Wie kann dieses Thema für die Jugendlichen konkret gemacht werden? Schnell wurde klar, dass jeder und jede der Jugendlichen Oma und Opa oder andere nahe Verwandte bereits in der Ewigkeit haben und dadurch sehr wohl eine direkte Verbindung zur jenseitigen Welt haben. Wie kann man das sichtbar machen? Es wurden mehrere Vorschläge gemacht: zum Beispiel die Namen derer, an die man besonders denkt, auf ein großes Papier zu schreiben und vor den Altar auszulegen oder auf ein Banner zu schreiben, das man an der Empore aufhängen könnte? Am Ende einigte man sich auf eine viel einfachere Möglichkeit: jeder Jugendliche soll den Namen dessen, an den er im Jenseits besonders denkt, auf eine Wäscheklammer schreiben. Die beschrifteten Klammern werden dann vor dem Gottesdienst an eine Leine gehängt, die am Altar aufgespannt ist, so bildete sich am Altar eine lange Kette von vielen Beziehungen zur jenseitigen Welt. Diese Beziehungen waren während des Gottesdienstes auch präsent. Nach dem Gottesdienst konnte die Klammer mit dem Namen als Erinnerung und ständige Begleitung wieder mitgenommen werden. Ein schöner Einstieg in das Thema ‚jenseitige Welt‘.
Bezirksevangelist Thomas Schmidt legte dem Gottesdienst ein Bibelwort zugrunde, das im Römerbrief des Apostels Paulus, im 10. Kapitel, Vers 13 steht: „Wer den Namen des Herrn anruft, wird selig werden“.
Er ging zunächst auf die vielen Wäscheklammern ein, die am Altar hingen und sagte dazu: „Ich weiß ja nicht, wen ihr auf die Klammern geschrieben habt, aber jeder von euch hat aus seiner Verwandtschaft schon jemand in der Ewigkeit: vielleicht Oma und Opa? Vielleicht eine Tante oder einen Onkel, vielleicht hat einer eine Schwester oder einen Bruder verloren, vielleicht ist der Papa schon in die Ewigkeit gegangen oder die Mama, ich weiß nicht, was ihr draufgeschrieben habt. Ich will euch verraten, welche zwei Namen ich draufgeschrieben habe: der eine Name ist mein Vater, ... die andere Klammer, die ich hingehängt habe, da steht ‚Manuel‘ d’rauf“. Danach ging er kurz auf diesen Jugendlichen ein, der noch immer in den Reihen der Jugendlichen sitzen könnte, seinem Leben jedoch selbst ein Ende gesetzt habe. Auch dieser Bruder sei am heutigen Morgen eingeladen mit dem Eingangslied der Sänger ‚Kommet her‘.
Der Bezirksevangelist erinnerte auch an die vielen Jugendlichen, die in der Vergangenheit, aber auch heute noch in den Krieg geschickt würden und ihr junges Leben lassen müssten.
Er benannte auch solche Seelen drüben, die Jesus Christus noch gar nicht kennengelernt hätten, auch für sie sei das ewige Heil möglich, wenn sie gemäß dem Textwort den ‚Namen des Herrn‘ anrufen würden.
Diakon Christian Fleck und Diakon Christopher Bickel wurden um einen Predigtbeitrag gebeten.
Der Jugendchor bereitete ihnen den Weg und ließ auch das besondere Gebet für die Entschlafenen mit einem Lied ausklingen. Einige Lieder wurden auch gemeinsam mit dem Chor und der Gemeinde gesungen, so auch das Schlusslied: ‚Blicke nur auf Jesum‘ (GB 375).