Die Gemeinde Loffenau feierte ihr 100jähriges Jubiläum an zwei Tagen: den Festakt am Samstag, 7. September 2024 und den Jubiläumsgottesdienst am Sonntag, 8. September mit Bischof Jörg Vester.
Die Gemeinde Loffenau hat sich für ihr hundertjähriges Jubiläum viel vorgenommen und hat dazu auch sehr viel vorbereitet. Durch zahlreiche, unerwartete und spontane Sondereinlagen wurden alle Erwartungen an dieses Fest weit übertroffen. Das begann schon bei dem Festakt am Samstag mit den Grußworten des Bürgermeisters Markus Burger. Er erzählte die skurrile Geschichte mit dem „Goldenen Buch der Gemeinde Loffenau“ und lud danach die ganze Festgemeinde ein, sich auf der zweiten Seite des Buches, direkt hinter dem ersten Eintrag des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zu verewigen. Das war die erste Überraschung.
Das setzte sich fort bei den Grußworten des katholischen Pfarrers Matthias Weingärtner. Nach seiner Ansprache kam plötzlich der evangelische Pfarrer Florian Lampadius zu ihm nach vorne umarmte ihn und erklärte, warum er jetzt überraschend doch da sei. Er musste an diesem Nachmittag eine Hochzeit halten, deshalb hatte er für den Festakt abgesagt. Er hat jedoch die Hochzeit etwas kürzer gemacht und hat nicht an den Familien-Feierlichkeiten teilgenommen, so konnte er jetzt doch zum Festakt kommen. Sichtlich beglückt über das spontane Zusammentreffen beschlossen die beiden Pfarrer, der Festgemeinde als ein besonderes Grußwort ein Lied vorzutragen und voller Begeisterung sangen sie gemeinsam das Lied: „Ich singe dir mit Herz und Mund“. Das war für alle eine echte Überraschung. Pfarrer Weingärtner überreichte dann dem Vorsteher Tilo Mangler als Jubiläumsgeschenk einen Präsentkorb.
Es folgte die Ansprache des früheren Vorstehers der Gemeinde Loffenau, Priester i.R. Georg Mangler, der die Gemeinde 24 Jahre lang als Vorsteher betreut hat.
Danach stellte der jetzige Vorsteher Tilo Mangler mit zahlreichen Bildern die Geschichte der Gemeinde vor. Er berichtete von den schwierigen Anfängen, von den häufigen Wechseln der Versammlungslokale, aber auch von den freudigen Entwicklungen der letzten Jahre.
Zum Abschluss des Festaktes wünschte der Vorsteher des Kirchenbezirkes Karlsruhe, Bezirksevangelist Lothar Heim, der Gemeinde weiterhin eine gute Entwicklung und eine Fortsetzung der schönen Zusammenarbeit mit den anderen Kirchen.
Der Festakt war auch ein musikalischer Leckerbissen. Da zeigte sich die Vielfalt der Chöre in der Gemeinde. Ganz am Anfang spielte das Orchester das Stück: „Ich, der Herr von Erd und All“. Zwischen den Redebeiträgen trat jeweils ein anderer Chor auf, zuerst war es der Kinder- und Jugendchor, dann der gemischte Chor, danach das Flötenorchester und dann noch ein Männerchor.
Die Gemeinde hatte im Vorfeld schon viele Überraschungen vorbereitet, das begann mit den Luftballons vor der Eingangstür, das setzte sich fort mit den Fußstapfen, die vom Eingang bis vorne zum Altar auf dem Boden aufgeklebt waren. Jeder, der in der Gemeinde Loffenau einen „Fußabdruck“ hinterlassen hat, wurde darauf namentlich aufgeführt. Die Kinder hatten einige Tage zuvor sechs Anschlagtafeln mit Bildern aus dem Gemeindeleben beklebt und auch beschriftet. Im Foyer war für alle Gäste eine Kaffeebar und im Nebenraum ein reichhaltiges Kuchenbuffet aufgebaut.
Nach dem offiziellen Teil des Festaktes waren alle Besucher und Gäste zu einem Imbiss hinter der Kirche eingeladen. Es waren viele Biertische aufgebaut, es wurden Steaks und Würste gegrillt, jeder konnte sich zu Trinken holen, was er wollte. Es war herrliches Wetter und eine fröhliche Stimmung. Viele ehemalige Loffenauer Glaubensgeschwister waren zum Fest gekommen, alle Vereine des Ortes waren eingeladen, viele davon waren auch vertreten. Der Musikverein hat sich zwar entschuldigt, hat aber als seinen Beitrag zum Fest die Biertischgarnituren zur Verfügung gestellt.
Im Nachbargrundstück, das Glaubensgeschwistern aus der Gemeinde gehört, waren Aktivitäten für Kinder und Jugendliche vorbereitet.
Der eigentliche Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten war der Festgottesdienst am Sonntag, 8. September 2024, den Bischof Jörg Vester durchgeführt hat. Er verwendete als Grundlage für den Gottesdienst ein Bibelwort aus 1. Könige 19 die Verse 11 bis 13, wo es um die Begegnung des Propheten Elia mit Gott am Berg Horeb ging. Zu Beginn beglückwünschte er die Gemeinde zu ihrem „100. Geburtstag“ und bedankte sich für die Einladung. Danach ging er auf Elia und seine Begegnung mit Gott ein. Gott sei nicht in den spektakulären Naturereignissen zu finden gewesen, sondern im „leisen Sausen des Windes“. So sollten die Gläubigen heute nicht auf die großen Wunder warten, sondern die stille Begegnung mit Gott suchen. Priester Tilo Mangler als Vorsteher und Priester Stefan Graf als stellvertretender Bezirksvorsteher wurden um einen Predigtbeitrag gebeten.
Am Ende des Gottesdienstes kam die nächste Überraschung: Pfarrer Florian Lampadius von der evangelischen Kirche sollte ein Grußwort an die Gemeinde richten. Er nutzte jedoch die Gelegenheit, ein Lied aus dem evangelischen Gesangbuch als Huldigung auf das Emblem der Neuapostolischen Kirche vorzusingen. Er schlug vor, dieses Lied auch in das Neuapostolische Gesangbuch aufzunehmen. Als Jubiläumsgeschenk überreichte er Thilo Mangler ein Herz, das aus einem Kalenderblatt zusammengefaltet war und einen Geschenkkorb, in dem „für alle etwas dabei sei“.
Nach dem Gottesdienst war im Foyer ein Sektempfang vorbereitet und vor dem Eingang blieben noch etliche Geschwister zu einem lockeren Zusammensein mit dem Bischof bei Bratwurst und Weck.