Am 17. September 2024 fand die offizielle Spendenübergabe an das Frauenhaus SkF in der Akademiestraße 15 in Karlsruhe statt. Die Leiterin des Frauenhauses, Stefanie Sickinger, nahm in Begleitung der Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Lina Oberacker, einen Präsentations-Scheck in Höhe von 6.000 Euro entgegen. Überreicht wurde er vom stellvertretenden Vorsteher der neuapostolischen Kirchengemeinde Karlsruhe-Nordost, Ralph Lamparth.
Gleich zu Beginn der Spendenübergabe bedankte sich Stefanie Sickinger, die Leiterin des Frauenhauses SkF ganz herzlich für die großzügige Spende. Sie hatte den Antrag an ‚human aktiv‘, das Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland gestellt, um die Einbauschränke in den Zimmern der Bewohnerinnen wieder in Ordnung bringen zu lassen. Die aktuellen Schränke sind bereits mehrere Jahrzehnte alt und defekt. Fachböden und Türen fehlen oder können nicht mehr geschlossen werden.
„Uns ist es sehr wichtig, dass Frauen, wenn sie bei uns ankommen, sich auch wohlfühlen. Auch wenn es nur Schränke sind, wir wollen die Zimmer wohnlich gestalten. Wir stecken viel in die Ausstattung der Zimmer. Da haben wir zum Beispiel eine Mitarbeiterin der Hauswirtschaft, sie ist schon über 30 Jahre im Frauenhaus, die achtet sehr darauf, dass die Zimmer liebevoll eingerichtet sind. Jedes Kind bekommt auch ein Kuscheltier, dass es etwas zum Festhalten hat. Sogar die Stühle werden so hingestellt, dass sie die Neuankömmlinge willkommen heißen“, so berichtet Stefanie Sickinger.
„Obwohl man so viel Leid sieht, ist es doch eine schöne Arbeit hier im Frauenhaus. Die Frauen kommen oft ganz klein, gebeugt und gebrochen hier an und man kann dann erleben, wie sie hier regelrecht aufblühen, sich wieder schöne, bunte Kleider anziehen, sich die Haare färben und dann wieder fröhlich und befreit das Haus verlassen. Leider gibt es viel zu wenige Wohnungen, wir hatten im vergangenen Jahr 350 Anfragen, konnten aber nur 50 Frauen aufnehmen, das bedeutet: 300 Absagen! In ganz Deutschland fehlen 14.000 Frauenhaus-Plätze“.
Das Frauenhaus SkF nimmt Frauen aus ganz Deutschland auf. Der Aufenthaltsort wird geheim gehalten und sollte in größerer Entfernung zum Wohnort sein, damit die Frauen sicher und angstfrei dort leben können. Sie sollen sich frei bewegen, einkaufen gehen und unbehelligt spazieren gehen können. In der Nähe des Frauenhauses ist eine Grundschule, in der die Kinder weiterhin unterrichtet werden können. Die Frauen werden umfassend beraten, besonders in der ersten Zeit müsse man sie intensiv begleiten. Die Verweildauer sei sehr unterschiedlich, manche seien nur wenige Tage da, die meisten 3 bis 6 Monate, manche aber bis zu 12 Monaten, wenn sie keine Wohnung finden.
Das Frauenhaus SkF in Karlsruhe hat insgesamt 40 Plätze für 20 Frauen und 20 Kinder. Die Mitarbeiter teilen sich in vier Arbeitsbereiche auf: Sechs sind in der Beratung tätig, drei im Kinderbereich, drei in der Hauswirtschaft und fünf ehrenamtliche Mitarbeiterinnen wechseln sich in der Rufbereitschaft ab an 365 Tagen von 8-22 Uhr. Zum Team gehören auch eine Sozialpädagogin, eine Erzieherin und eine Kunsttherapeutin.
Seit vier Jahren gibt es eine Homepage auf der man nach einem Platz in einem Frauenhaus suchen kann, hier der Link: www.frauenhaus-suche.de . Die häusliche Gewalt gegen Frauen geht durch alle Gesellschaftsschichten und auch durch alle Altersschichten, von Rentnerinnen bis zu ganz jungen Frauen, die oft vor ihrer eigenen Familie in Schutz suchen.
Den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) gibt es schon sehr lange, er wurde 1906 als eingetragener Verein gegründet, seit 1908 gibt es das Frauenhaus, damals noch unter einem anderen Namen. Später kam noch ein Kinder- und Waisenhaus, das Sankt Antoniusheim hinzu. Heute hat der SkF viele Abteilungen, insgesamt gab es beim SkF Karlsruhe im Jahr 2023 206 Mitarbeitende im Alter von 18 bis 68 Jahren. Sehr viele ehrenamtliche Mithelfer bringen sich in den verschiedensten Arbeitsbereichen ein.