Mit Orgel - und Blechmusik wurden die Gottesdienstteilnehmer am 17. November 2024 in Karlsbad-Ittersbach empfangen. Apostel Martin Rheinberger besuchte die Gemeinde an diesem Sonntagmorgen.
Als Grundlage zu dem Gottesdienst wählte er das Bibelwort aus Philipper 3,20.21, das Stammapostel Jean-Luc Schneider am Sonntag vorher bei seinem Überraschungsbesuch in Kehl verwendet hatte: "Wir aber sind Bürger im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unseren geringen Leib verwandeln wird, das er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann".
"Seliges Wissen, Jesus ist mein", waren die einleitenden Worte des Chors. Apostel Rheinberger machte deutlich, dass man Jesus nicht besitzen könne. Vielmehr bedeute das, Jesus nachzufolgen, auch wenn man nicht immer alles verstehe.
Bürgerrechte als Aufgabe
Der Apostel erklärte, Bürger sein im Himmel bedeute, dass Gott sich bei der Taufe zum Christen zugewandt habe und gesagt habe: "Du gehörst dazu." Ein Bürger im Himmel halte sich an das Gesetz Gottes, allen voran die Nächstenliebe. Der Maßstab dabei sei Jesus Christus.
Das Warten auf die Wiederkunft des Herrn solle kein bloßes Lippenbekenntnis sein, sondern in der Tat sichtbar sein. Wer wahrhaftig in der Erwartung auf das Kommen des Herrn stehe, der diene dem Nächsten.
Vollkommen sein, vollkommen dienen
Christus erlöse die Seinen, das bedeute auch, dass der vergängliche Leib dem von Christus gleich wird. Dann gebe es keine Schmerzen mehr, keine Krankheit, keinen Tod - und keine Sünde. Dieser verherrlichte Leib mache es möglich, vollkommen zu dienen. Der Apostel erzählte von der Situation, als die Jünger stritten, wer der Größte unter ihnen sei. Jesus vollkommene Reaktion war nicht, ihnen daraufhin den Kopf zu waschen, sondern die Füße. Und auch in der vollkommenen Liebe sei Jesus ein Vorbild. Der Sohn Gottes ging nicht zu einem der vielen rechtschaffenen Menschen in Jericho, sondern zum Sünder Zachäus. Auch die vollkommene Vergebungsbereitschaft gehöre zum vollkommenen Leib. Der Apostel erinnerte die Gemeinde, dass es um das Dienen im Tausendjährigen Friedensreich gehe.
Jetzt schon ein Stück Himmelreich
Zum Mitdienen gerufen wurden auch der Bezirksvorsteher Lothar Heim und ein Priester. Sie gaben der Gemeinde die Aufgabe, ihre Bürgerrechte nicht zu verwirken, dann könne man jetzt schon ein Stück Himmelreich haben.
Ein Segen für die Gemeinde
Nach dem Heiligen Abendmahl standen noch Segenshandlungen für die Gemeinde an. Zunächst wurden die Priester Harald Dill, Cornelius Gradner und Werner Morgenthaler in den Ruhestand versetzt. Auf alle drei habe er sich hundertprozentig verlassen können, ließ der Gemeindevorsteher sagen. Sie seien wunderbare Zuhörer gewesen. Die Bezirksämter fassten zusammen, dass mit der Handlung 115 Jahre Amtsauftrag in den Ruhestand gingen. Das war der Anlass, die Überschrift von Psalm 115 zu zitieren: "Gott allein die Ehre". Der Apostel sprach den drei Priestern seine Dankbarkeit aus und betonte, dass dies nicht nur die Überschrift über dem Wirken der Amtsbrüder gewesen sei, sondern auch die Unterschrift. Er wünschte ihnen, dass sie für jüngere Geistliche als Ruheständler Vorbilder sein können und für sie beten mögen.
Die vormaligen Diakone Jürgen Cermak, Lukas Mohr und Raffael Naida wurden dann zum Altar gebeten, um als Priester für die Gemeinde ordiniert zu werden und Sabine Schmid, um als Diakonin ordiniert zu werden. In der Ansprache erinnerte der Apostel die Glaubensgeschwister daran, in aller Konsequenz, Klarheit und Liebe auf Jesus als Bräutigam zu verweisen. Er erinnerte alle vier daran, dass man vielleicht oft denke, man könne die Aufgaben nicht erfüllen, doch mit Gott könne man über jede Mauer springen. Durch die Hand des Apostels bekamen die vier den Segen zu ihrem besonderen Dienst.