Am Mittwoch, den 25. Juni 2025, fand in der Gemeinde Ettlingen ein besonderer Gottesdienst unter der Leitung von Bezirksapostel Michael Ehrich statt. Neben der Feier des Gottesdienstes wurden an diesem Tag auch ein Kind versiegelt und ein Priester ordiniert. Doch die Besonderheit des Gottesdienstes war die Entwidmung des Kirchengebäudes, welches anschließend für den Umbau freigegeben wird.
Entwidmung der Kirche
Zu Beginn des Gottesdienstes wandte sich der Bezirksapostel an die Gemeinde und kündigte an, dass im Anschluss an den Gottesdienst das Kirchengebäude offiziell entwidmet werde. „Ich habe schon sehr viele Einweihungen durchgeführt, aber noch keine ‚Entwidmung‘“, sagte er. „Das ist auch für mich neu. Bevor die Handwerker hier loslegen, müssen wir das tun, denn schließlich ist dies meine Heimatgemeinde.“
Er betonte, dass das Gebäude als Kirche geweiht und somit ein „Heiliger Ort“ sei. In der Mitte des Gotteshauses stehe der Altar, welcher weit mehr sei als ein einfacher Holzkasten mit Mikrofon. Er sei eine „Opferstätte“ und das Zentrum sowohl der Kirche als auch der Gemeinde.
Rückblick auf die Geschichte der Gemeinde Ettlingen
Der Bezirksapostel nutzte den Moment, um einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Gemeinde Ettlingen zu geben. Gegründet wurde die Gemeinde 1910 durch die Missionsarbeit der Brüder aus der Gemeinde Karlsruhe-Mitte. Bereits im Jahr 1911 wurden die ersten Seelen versiegelt. Die Gottesdienste fanden zunächst in der Wohnung des Diakons Meister statt, und der erste Vorsteher, der in der Gemeinde tätig war, war Hirte Zopf.
Nach den Wirren des Ersten Weltkriegs konnte ein Kirchenlokal in der Hildastraße erworben werden, und die Gemeinde begann kräftig zu wachsen. 1972 wurde das heutige Gotteshaus eingeweiht, das nunmehr 53 Jahre seinen Dienst für die Gemeinde verrichtet hat.
Der Bezirksapostel kündigte an, dass er nun ein Gebet zur Entweihung der Kirche sprechen werde. „Nach diesem Gebet wird es kein „Haus Gottes“ mehr sein, sondern ein gewöhnliches, weltliches Gebäude, wie alle anderen in Ettlingen auch“, erklärte er.
Er drückte jedoch seine Hoffnung aus, dass die umgebaute Kirche im Juli des kommenden Jahres wieder eröffnet werden könne und dann erneut ein Ort des Gebets und der Gemeinschaft sein werde.
Die Predigt und das Bibelwort
Für den Gottesdienst legte der Bezirksapostel das Bibelwort zugrunde, das der Stammapostel am vergangenen Sonntag in Indonesien verwendet hatte: Jesaja 65, Vers 18: „Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe; denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude.“
In seiner Predigt ging der Bezirksapostel auf die verschiedenen Bedrängnisse ein, denen die Christen weltweit begegnen. Er sprach auch die inneren Konflikte innerhalb der Glaubensgeschwister an. „Erst wenn wir als Geschwister in der Lage sind, das, was uns trennt, zu überwinden, werden wir an dem im Textwort beschriebenen neuen Jerusalem bauen können“, erklärte er.
Versiegelung und Ordination
Im Rahmen des Gottesdienstes empfing ein kleines Kind die „Gabe Heiligen Geistes“ durch die Handauflegung des Bezirksapostels. Darüber hinaus wurde Diakon Samuel Schreiber aus der Gemeinde Karlsruhe-West zum Priester ordiniert.
Beisammensein nach dem Gottesdienst
Nach dem Gottesdienst hatte der Vorsteher der Gemeinde Ettlingen, Jens Spindler, alle Besucher zu einem geselligen Beisammensein eingeladen. Bei Snacks und kalten Getränken konnten sich die Gemeindeglieder in der frischen Luft erholen und den sehr aufgeheizten Kirchenraum hinter sich lassen. Die Atmosphäre war von Freude und Dankbarkeit geprägt, und alle zeigten sich froh über die Gemeinschaft und den weiteren Weg, den die Gemeinde dann in ihrem umgebauten Gotteshaus beschreiten darf.