Am Sonntag, den 9. November 2025, fand in der Kirche in Gaggenau der Seniorengottesdienst des Jahres 2025 für den gesamten Kirchenbezirk statt. Die Durchführung lag in den Händen von Bezirksvorsteher Lothar Heim.
Trotz des trüben Novembersonntags machten sich zahlreiche Senioren aus dem gesamten Bezirk Karlsruhe auf den Weg nach Gaggenau. Aus dem Nieselwetter kommend, wurden die Glaubensgeschwister in der freundlich erleuchteten Kirche mit angenehmem Kaffeeduft und wohliger Wärme empfangen. Bereits ab 9:00 Uhr lud ein Begrüßungskaffee zum gemütlichen Ankommen und zu herzlichen Begegnungen ein. Neben frischem Kaffee wurden drei verschiedene Sorten Hefezopf eines bekannten Bäckers gereicht – ein gelungener Auftakt für diesen besonderen Vormittag.
Ein besonderer Gemeindechor
Wie in der Einladung angekündigt, sollte an diesem Tag die gesamte Gemeinde den Chor bilden. Damit der gemeinsame Gesang gut gelingen konnte, leitete der ehemalige Bezirksdirigent, Hirte i.R. Michael Herr vor Beginn des Gottesdienstes eine kurze Probe. Mit spürbarer Begeisterung stimmten die Anwesenden in die Lieder ein und bereiteten sich so auf den Gottesdienst vor.
Pünktlich um 10:00 Uhr begann der Gottesdienst. Nach dem Eingangsgebet trug der Gemeinschaftschor das Lied „Nimm du mich ganz hin“ vor – mit beeindruckender Lautstärke und innerer Hingabe. Bezirksvorsteher Heim zeigte sich sichtlich bewegt und bemerkte spontan: „Gelernt ist eben gelernt! Damit habt ihr den Gottesdienst mit einem erhebenden Auftakt begonnen. Und der Dirigent war mutig – er hat auch den dritten Vers singen lassen, weil er wusste, die Geschwister können ihn noch auswendig, auch ohne Mappe.“
Predigt und Gedanken zum Textwort
Als Grundlage seiner Predigt diente das Bibelwort aus 2. Mose 33,18,19:
„Und Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen! Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorüberziehen lassen.“
Bezirksvorsteher Heim würdigte zunächst die besondere Versammlung, in der so viel göttliche Weisheit und Glaubenserfahrung vereint sei. Er rief dazu auf, diese Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben: Durch das gelebte Vorbild von Großeltern könnten junge Menschen Vertrauen zu Gott entwickeln.
In seiner Auslegung schilderte er die biblische Szene: nach vielen Wundern Gottes bei der Wüstenwanderung der Israeliten empfing Mose auf dem Berg Sinai die Gesetzestafeln von Gott. Bei seiner Rückkehr sah er die Gottlosigkeit seines Volkes und warf aus Enttäuschung die Gesetzestafeln zu Boden. In diesem Augenblick wollte Mose Gott selbst sehen. Lothar Heim zog Parallelen zu heutigen Glaubenssituationen, in denen man nach Enttäuschungen ebenfalls nach der Nähe und Herrlichkeit Gottes suche. Er nannte einige Beispiele, in denen man diese göttliche Herrlichkeit bereits heute erkennen könne.
Weitere Predigtbeiträge und musikalischer Abschluss
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes kamen auch Priester Jens Spindler (Vorsteher von Ettlingen) sowie die stellvertretenden Bezirksvorsteher Stefan Graf und Thomas Schmidt zu Wort und ergänzten die Predigt mit persönlichen Gedanken und Erlebnissen.
Nach dem ‚erhebenden Auftakt‘ am Anfang setzte der Gemeinschaftschor am Ende einen noch stärkeren Schlusspunkt mit dem Lied: „Der Herr ist mein Licht und ist mein Heil, was fürcht‘ ich noch?“, das mit der innigen Bitte endet: „Dass ich mög‘ bleiben im Hause des Herrn mein Leben lang“. So klang der Seniorengottesdienst in einer Atmosphäre von Freude und Dankbarkeit aus.