Jugendliche aus dem gesamten nordbadischen Raum versammelten sich am Mittwoch, 16. September 2026 zusammen mit der Gemeinde Pforzheim-Bayernstraße in der gleichnamigen Kirche. Apostel Daniel Habich feierte den Abendgottesdienst und ernannte Jugendleitende für den Apostelbereich.
Ab 19:00 Uhr stand Apostel Habich an der Kirchentüre und begrüßte herzlich jeden Ankommenden, während im Kirchenschiff Orgelmusik erklang und das Bläserensemble musizierte. Gegen 19:40 Uhr vermittelte Priester Ruben Müller den Anwesenden, dass ein Fresh-up-Gottesdienst generationenübergreifend sei und jugendlichen Schwung in die Gemeinde tragen wolle. Dazu lief ein Film zusammengestellt aus unzähligen Bildern des kleinen Jugendtags in Remchingen. Der Jugendchor intonierte „Meine Hoffnung und meine Freude“ (Communauté de Taizé) und ein weiterer Film mit dem Titel „Manchmal klingt Glaube wie Musik“ beleuchtete viele Facetten des Glaubens mit lauten und leisen, harmonischen und einfühlsamen Tönen.
„Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.“
Predigtgrundlage war Rut 1,16b. Apostel Habich schilderte den biblischen Kontext, wie eine junge Familie während einer Hungersnot von Bethlehem in Juda nach Moab auswanderte, sich dort integrierte und die beiden Söhne Moabiterinnen heirateten. Als der Vater und beide Söhne gestorben waren, hatte Noomi, die Mutter, keine Perspektive mehr und kehrte in ihr Herkunftsland zurück. Beide Schwiegertöchter begleiteten sie, bis sie eine überreden konnte, zu ihrer Familie zurückzukehren, während Rut sich nicht abbringen ließ und Noomi begleitete. Als Rut den Lebensunterhalt in Juda verdienen wollte, konnte Noomi sie beraten und damit für beide eine wunderbare Zukunft bewirken.
Gemeinsames Glaubensziel
Apostel Habich zitierte Apostel Paulus „Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist“ (Philipper 3,13b). Er riet, Vergangenes loszulassen und gemeinsam in die Zukunft auf das gemeinsame Glaubensziel zu schauen. Vor 50 Jahren sei andere Musik gehört worden als heute, aber es komme nicht auf den Musikgeschmack, sondern auf die darin enthaltene Botschaft an.
„Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang“
Mit Psalm 27,4 beschrieb der Apostel den generationenübergreifenden Wunsch gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Gottesdienst bleibe immer gleich, richte sich nach dem Kern des Evangeliums aus und komme ohne Beamer oder Flip-Chart aus.
Miteinander beschäftigen
Unterschiedliche Generationen verglich der Apostel mit unterschiedlichen Völkern und forderte dazu auf, nicht oberflächlich zu urteilen, sondern in einander hineinzuversetzen, sich miteinander zu beschäftigen und dadurch besser verstehen zu können. Gott habe alle gleich lieb, egal aus welcher Generation oder Prägung. Jesus sei das gemeinsame Vorbild und der Heilige Geist gebe Impulse, wie Jesus handeln würde, wenn er Raum bekomme.
Das Vertrauen in Gott und Noomi in der damals patriarchalisch geprägten Gesellschaft bewunderte Diakonin Rebekka Kieselmann in ihrem Predigtbeitrag an Rut.
Früher sei alles einfacher gewesen, vermuteten oft Jüngere oder Ältere seien neidisch auf heute vorhandene Möglichkeiten, beleuchtete Bischof Jörg Vester einen möglichen Generationenkonflikt, dem er den gemeinsamen Wunsch, ein Leben lang im Hause des Herrn zu bleiben, gegenüberstellte.
Mit dem Hinweis, dass es zu allen Zeiten gleich schwer sei, sich zu vergeben und zu versöhnen, leitete Apostel Habich zum sakramentalen Teil des Gottesdienstes über.
Ernennung Jugendleitung im Apostelbereich
Danach bat der Apostel Priester Ruben Müller aus dem Kirchenbezirk Pforzheim sowie Miriam und Diakon Nico Rathfelder aus dem Kirchenbezirk Calw an den Altar, um sie zum Jugendleiter für den Apostelbereich bzw. dessen Stellvertretung zu ernennen. Er bat sie herzlich, die Jugendlichen auf den Kern des Evangeliums auszurichten, zu vermitteln und gegenseitiges Vertrauen zu schaffen.
„Wir haben verstanden, dass es nicht wichtig ist, aus welcher Generation wir kommen. Wir sind alle aufs gleiche Ziel ausgerichtet“ dankte Apostel Habich Gott im Schlussgebet und segnete die Gemeinde. Mit „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen“ (irisches Segenslied) setzte der Jugendchor den musikalischen Schlusspunkt.
Fotos: Sarah Bronner