„Liebe Geschwister“ – so begrüßte der Gastgeber Erhard Bechtold von der Katholischen Kirche die Vertreter der Karlsruher Religionsgemeinschaften am 24. September 2026 im Gemeindesaal St. Bonifatius. Sie waren alle zusammengekommen, um ein wichtiges Papier zu unterschreiben.
Zwei Vertreter der neuapostolischen Gemeinden Karlsruhe gingen voller Vorfreude zu dem Treffen um 18 Uhr. Dort trafen sie auf Gläubige der Katholischen und Evangelischen Kirche sowie der Altkatholischen Kirche, der Jüdischen Kultusgemeinde, dem Deutschsprachigen Muslimkreis, weiteren muslimischen Gemeinden, der Bahai-Gemeinde, von verschiedenen Freikirchen und der Freireligiösen Gemeinde.
Vom Garten an den Runden Tisch
In Karlsruhe grünt und blüht seit 2015 der Garten der Religionen. Er steht für Toleranz und Zusammenhalt der Religionen. Nun ist daraus eine Frucht gewachsen: Der Rat der Religionen, ein Forum für religionspolitische Fragen. Außerdem soll er auch Gespräche mit nicht-religiösen Verantwortlichen möglich machen.
Deshalb kamen Vertreter von 21 Religionsgemeinschaften am 24. September 2026 gleichberechtigt zusammen, um die Gründungsurkunde des Rats der Religionen zu unterschreiben. Außerdem gab es eine Reihe von Grußworten: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup war eigens gekommen und auch einige Vertreter von Religionsgemeinschaften sprachen ein Grußwort, die einzelnen Religionen stellten sich vor. Evangelist in Ruhe Gerhard Rastetter und Priester Frank Arlaud vertreten die neun Gemeinden in der Stadt Karlsruhe als Delegierte der Neuapostolischen Kirche.
Beim anschließenden Zusammensein mit Getränken und Knabbereien setzte sich fort, was den Abend geprägt hatte: gegenseitige Wertschätzung, Neugier und ein offener Austausch auf Augenhöhe. Dabei zeigte sich, dass das Miteinander der Religionen nicht erst mit gemeinsamen Aktivitäten beginnt, sondern schon dort wächst, wo Menschen einander begegnen, zuhören und miteinander ins Gespräch kommen.