Am Sonntag, den 25. Oktober 2026, fand in der Kirche Karlsruhe-West ein Konzert des ‚Konzertchores Nordbaden‘ statt. 25 Sängerinnen und Sänger sowie ein Ensemble aus sieben Mitwirkenden gestalteten ein abwechslungsreiches Programm unter dem Titel „Komponistinnen“.
Seit mehr als 25 Jahren besteht der ‚Konzertchor Nordbaden‘ und erfreut nahezu jedes Jahr die Glaubensgeschwister im Apostelbereich Karlsruhe mit seinen musikalischen Darbietungen. Auch 2026 wurde wieder ein eigenes Konzertprogramm erarbeitet und an zwei verschiedenen Orten aufgeführt: am Samstag, den 24. Oktober, in Heidelberg-Werderstraße und einen Tag später in Karlsruhe-West.
Chorleiter Bernd-Jürgen Kulick hatte sich für dieses Jahr ein besonderes Thema ausgesucht: Zur Aufführung kamen ausschließlich Werke von Komponistinnen. Dabei spannte sich der musikalische Bogen über viele Jahrhunderte. Das erste Werk stammte von Hildegard von Bingen aus dem Mittelalter. Die jüngste vertretene Komponistin war Lucy Walker, Jahrgang 1998. Eines ihrer Werke war erst im vergangenen Jahr urheberrechtlich geschützt worden.
Zwischen den einzelnen Musikstücken gab Bernd-Jürgen Kulick jeweils kurze Erläuterungen zu den Komponistinnen und ihren Werken. So erhielten die Zuhörer neben dem musikalischen Eindruck auch Einblicke in die unterschiedlichen Lebenszeiten und Hintergründe der Künstlerinnen.
Mehrere Werke stammten von Fanny Hensel, der Schwester des bekannten Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy. Zu hören war unter anderem das „Präludium in F“ für Orgel, das von der Empore erklang. Auch das Lied „Meine Seele ist stille zu Gott“ aus ihrem „Lobgesang“ gehörte zum Programm.
Mit Luise Adolpha Le Beau stellte Kulick zudem eine Komponistin mit Bezug zu Baden vor. Trotz ihres französisch klingenden Namens wurde sie in Rastatt geboren und lebte lange Zeit in Baden-Baden.
Zwei Werke stammten von Clara Schumann, der Frau von Robert Schumann. Eines davon erklang in einer Bearbeitung für Streichquartett, außerdem wurde das Lied „Abendfeier in Venedig“ vorgetragen.
Im großen Kirchenraum herrschte während des Konzerts eine ruhige und gespannte Atmosphäre. Einige der vorgetragenen Stücke waren relativ kurz, andere wirkten wie gesungene Gebete. Gerade die Mischung aus sehr alten und ganz neuen Kompositionen sorgte für ein vielseitiges Programm.
Einen besonderen Höhepunkt bildete der Abschluss mit mehreren Stücken aus dem „Oratorium nach Bildern der Bibel“ von Fanny Hensel. Chor und Instrumentalensemble wirkten dabei gemeinsam, auch eine Pauke kam zum Einsatz. Die musikalische Spannung steigerte sich immer weiter, bis das Konzert mit dem kraftvollen Schlusssatz „Alles, was Odem hat, preise den Herrn. Amen“ endete.
Das Publikum dankte den Mitwirkenden mit langanhaltendem Applaus. Als Zugabe erklang anschließend noch ein weiteres Musikstück und rundete den Konzertabend in Karlsruhe-West ab.