Am Mittwoch, den 30. Oktober verabschiedete Apostel Herbert Bansbach in der Kirche Karlsruhe-Mitte Priester Helmut Schurer aus der Gemeinde Gernsbach in den Ruhestand und versiegelte zwei Kleinkinder.
Dem Gottesdienst legte er ein Wort aus Johannes 14, Vers 19 zugrunde: „Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ Im Mittelpunkt der Predigt stand dabei das „Ewige Leben“ und die Voraussetzungen, die erforderlich sind, um es zu erreichen. Bei seinen Ausführungen arbeitete er unter anderem den gravierenden Unterschied zwischen der „Unsterblichen Seele“ und dem „Ewigen Leben“ heraus. Er ging auf das Eingangslied ein, wo es in der dritten Strophe heißt: „Scheint`s der Vernunft gleich wunderlich“. Am Beispiel der Eroberung Jerichos durch das Volk Israel zeigte er anschaulich, dass Gott dies ermöglicht hat, trotz verstandesmäßiger Aussichtslosigkeit.
Vor der Feier des Heiligen Abendmahles spendete der Apostel zwei Kleinkindern das Sakrament der Heiligen Versiegelung.
Nach dem Abendmahl verabschiedete er Priester Helmut Schurer in den Ruhestand. Er dankte ihm für die 38 Jahre, die er als Amtsträger tätig war. Sein Vorsteher habe ihm ein schönes Zeugnis ausgestellt mit der Aussage, er sei ein „sehr vielseitig eingesetzter“ Priester gewesen. Ob im Musikwesen, in der Jugendarbeit oder als Religionslehrer habe er seine Aufgabe immer mit Freude und Eifer erfüllt und dabei eine ruhige Autorität ausgestrahlt. „Und noch eines haben Sie uns gelehrt“, so der Apostel, „‘gastfrei zu sein, vergesst nicht‘ wie es Paulus einmal ausgedrückt hat, das haben Sie vorgelebt und da haben Sie Zeichen gesetzt in der Gemeinde Gernsbach“.
Als Abschluss ließ sich der Dirigent etwas Besonderes einfallen. Nach dem dreifachen Amen gab es ein ungewohntes Durcheinander vor dem Altar, der ganze Chor erhob sich von den Plätzen und eilte zum Apostel. Dort stellte er sich links und rechts an den Stufen des Altars auf und sang das Lied „Bleibe bei uns, oh Herr“ in einer drei-chörigen Version mit Solostimmen, eine Bearbeitung von Lorenz Maierhofer. Zur großen Verwunderung der Zuhörer erklangen plötzlich die hellen und klaren Solostimmen irgendwo ‚von oben‘ herab. Die Solosänger standen unsichtbar für die meisten Zuhörer auf der leeren Empore. Durch den Hall in der großen Kuppel wirkten die Solovorträge fast wie Engelsstimmen aus der Höhe.