Wegen des Gottesdienstes für Geistliche am Sonntag, 12. Oktober 2025, waren die europäischen Bezirksapostel und ihre Helfer bereits am Samstag vorher in Karlsruhe und so hatten die Gemeinden des Bezirks zu einer ungewöhnlichen Zeit am Samstagabend um 18 Uhr Gottesdienste mit hohen Gästen.
In der frischrenovierten Kirche Karlsruhe-West waren die Gemeinden Knielingen, Karlsruhe-Mitte und Gaggenau eingeladen und bildeten das musikalische Rahmenprogramm aus Chor, Orchester und Jugendchor. Zum Eingang sang die große Gemeinde aus dem Lied im neuapostolischen Gesangbuch, Nummer 171: „Gott ist getreu“.
Passend dazu las der Bezirksapostel Rüdiger Krause aus Nord- und Ostdeutschland das Bibelwort aus 2. Timotheus 2, 11-13 vor: „Das ist gewisslich wahr: Sind wir mit gestorben, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“
Gott gibt Stabilität
Zunächst ging der Gast aus Hamburg auf das Hauptlied von Chor und Orchester ein: „Herr bleib bei mir“. Er betonte, dass er sich trotz der unbekannten Gemeinde in diesem Haus Gottes zuhause und geborgen fühle. Zur Freude der Glaubensgeschwister aus Karlsruhe-West nahm er das Holzgebälk der Kirche mit in seine Predigt auf, das kurz zuvor gestrichen worden war, weshalb das Gotteshaus eine Weile geschlossen war. Vielleicht sei dieses Holzgebälk früher einmal verborgen gewesen, mutmaßte der Bezirksapostel, aber trotzdem habe man sich darauf verlassen. Durch das Gebälk sei Stabilität, Sicherheit und Zuverlässigkeit vorhanden. Auch Gott gebe das, er sei bei seinen Kindern und bleibe bei ihnen.
Auf das Bibelwort eingehend, erklärte Bezirksapostel Krause, dass Jesu Tod und Auferstehung die Grundlage der Zukunft derer sei, die an ihn glauben. Und er erinnerte, dass es deren Aufgabe sei, der Sünde aus dem Weg zu gehen. Auch vom Dulden ist im Bibelwort die Rede. Etwas auszuhalten gehöre auch zum Leben. Dazu gebe Gott immer wieder Kraft und er erwarte auch keine großen Taten. Nicht jeder müsse sehen, was man für Gott tut.
Nicht loslassen
Manchmal sei es einfacher, Glaubensinhalte zu verleugnen, weil man sie nicht erfassen kann. Doch auch, wenn Dinge nicht erklärt werden können, solle man sie glauben, war der Rat des Bezirksapostels. Am Ende seiner Predigt stellte er das Versprechen, dass Jesus immer treu bleibe, selbst wenn man selbst untreu sei. Deshalb riet der Bezirksapostel, Jesu Hand nie loszulassen, auch er werde nie loslassen.
Auch der Gemeindevorsteher von Karlsruhe-West, der stellvertretende Bezirksvorsteher Thomas Schmidt, durfte die Gemeinde noch in sein Herz blicken lassen. Auch er ging auf das Hauptlied „Herr, bleib bei mir“ ein und erinnerte an die Emmaus-Jünger, die das zu Jesus gesagt hatten, als sie ihn erkannt hatten. Zuvor sei Jesus geduldig mit den Männern in die falsche Richtung gegangen. Der Gemeindevorsteher übertrug das Geschehen in den Glaubensalltag der Gemeinde: Manchmal gebe es Situationen, in denen man nichts versteht und vielleicht den Glauben verliert. Doch Gott sei in diesen Momenten trotzdem treu.
Nach dem Gottesdienst nahm sich Bezirksapostel Krause noch Zeit, von seinem Arbeitsgebiet zu erzählen, das neben Nord- und Ostdeutschland Dänemark, Estland, Island, Grönland, Norwegen, Finnland, Schweden, das Vereinigte Königreich, Irland, die Isle of Man, Kasachstan, Kirgisistan, die Mongolei, Polen, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, Weißrussland und Russland erfasst.