Am ersten Adventssonntag, 30. November 2025, begrüßten die Kinder der Gemeinde Karlsruhe-West ihre Glaubensgeschwister freudig an der Tür. Sie waren bereits fleißig gewesen und hatten den Altar gerichtet und die Lieder aufgesteckt.
Aus dem Dunkel ins Licht
Mit dem ersten Lied im neuapostolischen Gesangbuch begann der Gottesdienst: „Machet die Tore weit“. Thomas Schmidt diente der Gemeinde das erste mal seit eineinhalb Jahren als stellvertretender Bezirksvorsteher. Er klärte die Gemeinde zunächst über den Kontext des Bibelworts auf: Das Volk Israel kam aus der Vertreibung zurück und fand einen zerstörten Tempel vor. Es war am Boden zerstört, doch dann bekamen sie dieses grandiose Versprechen, das dem Gottesdienst als Grundlage diente: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir“ (Jesaja 60,1.2).
Als Jesus Jahre später sagte, er werde den Tempel einreißen und ihn innerhalb von drei Tagen wieder aufbauen, waren seine Zeitgenossen verwirrt. Heute ist klar: Er selbst starb am Kreuz für die Menschen und stand nach drei Tagen vom Tod auf.
Auch heute fühlt man sich manchmal in Dunkelheit und Finsternis verloren und dann kommt man in den Gottesdienst und wird wieder an dieses wunderbare Versprechen erinnert: Jesus ist für dich gestorben, auferstanden und gen Himmel gefahren und er wird wiederkommen.
Wenn Gott im Herzen dabei ist
Der neue Gemeindevorsteher Thorsten Huber bedankte sich zunächst bei der Gemeinde, dass sie sich auf ihn einlässt und wünschte, dass alle füreinander ein Segen sein können. Dann berichtete er, dass das Volk Israel im babylonischen Exil gelernt habe, wie man schreibt und so habe die Bibel entstehen können. Damit zeigte der Vorsteher der Gemeinde: Auch wenn die Situation im ersten Moment nicht so gut aussieht, wenn man Gott im Herzen dabei hat, darf man sich darauf verlassen, dass es gut ausgeht. Vielleicht ist das Ergebnis nicht wie erhofft, aber es ist gut.
Dann sprach er die Kinder an und bedankte sich für ihren Einsatz. Auch ihnen versprach er, dass Gott ihre Gebete hört. Wenn sie nicht gelernt haben für die Schule, dann können sie zu Gott beten und dann spüren sie, dass Gott bei ihnen ist und wenn die Note dann nicht so gut ist, dann ist es wohl ein Hinweis, dass sie besser lernen sollen.
Mit dem Satz: „Gott ist nur eines: Liebe!“ beendete der Vorsteher seinen Predigtteil.
Worte der Dankbarkeit
Nach dem Gottesdienst drückten der stellvertretende Gemeindevorsteher Thomas Herlan und ein Stellvertreter der Jugendlichen den Dank für den scheidenden Gemeindevorsteher, den stellvertretenden Bezirksvorsteher Thomas Schmidt, aus. Er bekam einen Korb voller Leckereien von der Gemeinde geschenkt und einen Gutschein für das Harry-Potter-Musical in Hamburg.
In sechs Liedern um die Welt
Nach einer Sektpause begann die Gemeindeweihnachtsfeier, die dieses Jahr unter dem Motto Weltreise stand. Eingeleitet wurde die Feier von der Orgel mit „Machet die Tore weit“. Dann reisten die Glaubensgeschwister mit einem Priester nach Indien, wo sie mit ihm bei 28 Grad Celsius unter einer Palme Ente aßen.
Bevor es weiter in den Süden ging, trug der Kinderchor das russische Lied „Slawa, slawa Bogu“ vor.
Von einer Glaubensschwester erfuhr die Gemeinde bei ihrer nahezu CO2-neutralen Weltreise, dass in Australien Weihnachten bei Barbecue am Strand gefeiert wird und dass „Jingle Bells“ mit „dashing through the bush“ gesungen wird – was der Frauenchor auch gleich vortrug.
Eine andere Glaubensschwester nahm die Reisegruppe mit nach Amerika und erzählte von den südamerikanischen Traditionen rund um die Weihnachtszeit.
Nach dem „Joy to the world” vom Jugendchor reiste die Gemeinde virtuell nach Südafrika, von wo aus ein Gemeindemitglied erzählte, dass der boxing day daher kommt, dass an Weihnachten Arbeitende verspätet Boxen mit Geschenken und Weihnachtsessen auspackten.
Nach „The first Nowell“ vom Orchester brachte der Reiseleiter die Gruppe wieder wohlbehalten nach Europa, wo der Vorsteher und sein Stellvertreter sich einem Quiz stellten. So erfuhren die Gemeindemitglieder nebenbei, dass man in Finnland traditionell Weihnachten in der Sauna verbringt und es in Frankreich 13 verschiedene Desserts zum Weihnachtsessen gibt – die zwar schon am Vorabend aufgetischt werden, aber schon vorher naschen soll Unglück bringen.
„Hark the herald“, vorgetragen vom Gemeindechor, rundete diesen Teil der Reise ab.
Nachdem alle zusammen „Adeste fideles“ gesungen hatten, wartete im Begegnungszentrum ein Buffet von leckeren internationalen Speisen auf die Glaubensgeschwister und bei weiteren Programmpunkten und Vorträgen klang der Nachmittag aus.