Am Donnerstag, den 7. Juni 2018 führte Bezirksapostel Michael Ehrich einen Gottesdienst in der Kirche in Gaggenau durch. Dabei wurde der langjährige Vorsteher der Gemeinde Gernsbach, Evangelist Walter Wohlfahrt aus Altersgründen in den Ruhestand verabschiedet und Priester Axel Schmidt aus Gernsbach als neuer Vorsteher beauftragt.
Bis auf den letzten Platz war die Kirche in Gaggenau gefüllt, dadurch war es zunächst ziemlich warm im Kirchenraum, doch durch die offenen Seitenfenster kam ein kühlender Luftzug in den Raum. Durch das abwechslungsreiche Spiel des kleinen Orchesters mit Soloeinlagen der Querflöte und einer Geige entstand eine wohltuende Atmosphäre der Erwartung auf den Gottesdienst. Das Kirchengebäude selbst mit seinem gefalteten Dach, den hellen Holzeinbauten und den kunstvollen Farbgläsern an der Wand trug ebenfalls zu dieser angenehmen Stimmung bei.
Gleich zu Beginn des Gottesdienstes ging der Bezirksapostel auf die Ruhesetzung des Evangelisten ein und betonte, dass er sehr gerne gekommen sei, um einen guten Freund und treuen Vorsteher zu verabschieden. "Aber soo gern mache ich das nicht", setzte er sofort etwas scherzhaft, mit hörbarem Schmunzeln der Zuhörer hinzu, "aber die Zeit steht in Gottes Hand haben die Sänger soeben gesungen und so ist auch die Zeit als aktiver Vorsteher irgendwann zu Ende". Bei der Ruhesetzung am Ende des Gottesdienstes blickte er auf das Leben des Vorstehers als Amtsträger zurück und zählte die einzelnen Stationen auf: 1977 wurde er als Unterdiakon ordiniert, 1980 als Diakon und Priester, 1990 wurde er Gemeindevorsteher und wirkte in diesem Auftrag fast 3 Jahrzehnte lang. Man könne jetzt in diesem Gottesdienst in wenigen Worten nicht das alles zum Ausdruck bringen, was in diesen vielen Jahren geleistet wurde. Er nannte aber doch einige Charaktereigenschaften die den Evangelisten auszeichneten: Mit unverbrüchlicher Treue habe er seine Aufgaben erfüllt, er habe zu ihm allezeit ein offenes und freundschaftliches Verhältnis gehabt, besonders als er noch Bezirksältester dieses Bezirkes war. Er sei einfühlsam, dabei aber zielstrebig und habe eine tiefe Liebe zu den Anvertrauten. Er sei immer ein engagierter, freudiger und treuer Amtsträger gewesen. Die herzliche Verbindung zu ihm bestehe nach wie vor, auch nach der Ruhesetzung. "Du bist ja auch keiner, der ab jetzt nichts mehr tut" setzte der Bezirksapostel hinzu. Seine Frau habe ihn bei seiner Aufgabe jederzeit uneingeschränkt unterstützt, beide Söhne seien ebenfalls Amtsträger. Er würde sich ja auch weiterhin für die Gemeinde einsetzen und auch für seinen Nachfolger beten. An seinen Nachfolger, Priester Axel Schmidt, gewandt betonte der Bezirksapostel: "Ihr beide seid zwar ganz verschieden, keine Frage, aber doch gleich im festen Glauben, in der treuen Nachfolge und in der Sorge um die Anvertrauten".
Als Grundlage für den Gottesdienst verwendete der Bezirksapostel ein Wort, das er von einem Besuch beim Stammapostel am vergangen Sonntag mitgebracht hat. Ein sehr bekanntes Wort aus 1. Korinther 13, Vers 13, wo es heißt: "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen". Nach seinen Ausführungen zu den drei im Textwort genannten Schwerpunkten fragte er in die Gemeinde: "Die Wahl fällt schwer bei den vielen anwesenden Amtsträgern, aber was glaubt ihr, wer heute mitdienen darf? Richtig, euer Vorsteher soll noch einmal an den Altar kommen". Und so rief er den Evangelisten zu einem Predigtbeitrag. Gleich zu Beginn verriet er: "glaubt mir, mein Herz pocht, wie vor dem ersten Gottesdienst. Ich habe nicht erwartet, dass unser Bezirksapostel zu meiner Ruhesetzung kommt". Nach der Ruhesetzung wurde ihm vom Bezirksältesten Reinhard Wildermuth ein Blumenstrauß überreicht.