Am Sonntag, dem 21. Juni 2026, führte Stammapostel Helge Mutschler einen festlichen Gottesdienst in der Kirche Karlsruhe Mitte durch. Im Mittelpunkt dieses besonderen Tages standen die Ruhesetzung von Bezirksapostel Michael Ehrich sowie die Beauftragung von Apostel Martin Rheinberger zum neuen Bezirksapostel der Gebietskirche Süddeutschland. Der Gottesdienst wurde in Bild und Ton in den gesamten Arbeitsbereich übertragen.
Für die Gebietskirche Süddeutschland war dieser Gottesdienst ein großes Fest des Glaubens. Bereits am Vortag hatten ein Probensamstag der Musikerinnen und Musiker sowie ein feierlicher Festakt zur Verabschiedung des Bezirksapostels die Herzen der Gläubigen auf diesen besonderen Tag vorbereitet. Die Gemeinden des gesamten Kirchenbezirks Karlsruhe waren in die Zentralkirche Karlsruhe-Mitte eingeladen. Darüber hinaus waren alle Gemeinden des Arbeitsbereiches Süddeutschland sowie die Gemeinden in Afrika, dem Nahen Osten und Osteuropa per Videoübertragung mit dem Gottesdienst verbunden.
Für die Gebietskirche Süddeutschland markierte dieser Tag einen bedeutenden Einschnitt. Nach zwanzig Jahren im Amt des Bezirksapostels wurde Michael Ehrich in den Ruhestand verabschiedet. Mit seinem Ausscheiden endet eine prägende Ära.
Der Stammapostel nahm sich ausführlich Zeit für die Würdigung des langjährigen Bezirksapostels. Er zeichnete dessen Werdegang vom Unterdiakon bis zum Bezirksapostel nach und dankte ihm für sein außerordentliches Engagement innerhalb der Neuapostolischen Kirche International. Michael Ehrich habe in zahlreichen Arbeitsgruppen mitgewirkt und darüber hinaus Verantwortung im Finanzkomitee übernommen.
Der Stammapostel würdigte seine Arbeitsweise als nüchtern, bodenständig, sachlich und strukturiert – ohne Drama. Besonders hob er den Einsatz für den Schutz von Kindern hervor. Mit dem Programm „Achtsamkeit“ habe Michael Ehrich wichtige Impulse gesetzt. Ebenso habe er die Kirchenleitung weiter professionalisiert und das Dienstleistungszentrum in Stuttgart organisatorisch weiterentwickelt.
Auch die Aus- und Weiterbildung der Amtsträger lag ihm besonders am Herzen. Die von ihm gegründete und ausgebaute Akademie leiste bis heute einen wertvollen Beitrag zur Qualifizierung der Amtsträger. Nicht zuletzt würdigte der Stammapostel die seelsorgerliche Prägung des scheidenden Bezirksapostels. Man könne sagen, so der Stammapostel, dass Michael Ehrich ein wahrhaftiger Seelsorger gewesen sei.
Dies habe sich sowohl im Einsatz für die Hilfsorganisation human aktiv, als auch in seiner Nähe zu den Glaubensgeschwistern gezeigt. Er habe sich Zeit für Jugendfragestunden genommen und zugleich große Veranstaltungen organisiert, um den Geschwistern Mut und Zuversicht zu vermitteln. In diesem Zusammenhang erinnerte der Stammapostel an den Internationalen Kirchentag 2014 in München sowie an den Süddeutschen Kirchentag 2024 in Karlsruhe.
Mit bewegenden Worten und tief empfundener Dankbarkeit verabschiedete der Stammapostel den Bezirksapostel in den Ruhestand.
Unmittelbar nach der Ruhesetzung beauftragte Stammapostel Helge Mutschler den bisherigen Bezirksapostelhelfer Martin Rheinberger mit dem Amt des Bezirksapostels für die Gebietskirche Süddeutschland.
Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Philipper 2, die Verse 3 und 4, zugrunde:
„Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.“
Zu Beginn seiner Predigt stellte der Stammapostel das Gleichnis vom verlorenen Sohn in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Besonders das Fest, das der Vater für den heimgekehrten Sohn ausrichtete, deutete er als ein Bild des Himmels. Jeder Mensch sei eingeladen, an diesem Fest teilzuhaben. Der ältere Bruder jedoch habe trotz der Bitte des Vaters nicht teilnehmen wollen.
Einen besonderen Schwerpunkt legte der Stammapostel auf den Begriff der Demut, der im Textwort enthalten ist. Er erläuterte die Bedeutung dieser Haltung und zeigte auf, wie sie das christliche Miteinander prägen soll.
Bezirksapostel Michael Ehrich wurde um einen Predigtbeitrag gebeten. Er unterstrich die Gedanken des Stammapostels und ergänzte sie durch Vers 5 aus dem Philipperbrief: „So seid untereinander gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.“
Auch Bezirksapostel David Heynes aus Nord- und Ostdeutschland diente mit einem Predigtbeitrag. Seine Worte wurden direkt am Altar durch einen Übersetzer ins Deutsche übertragen.
Die musikalische Gestaltung verlieh dem Gottesdienst einen besonders festlichen Rahmen. Chor und Orchester füllten die gesamte Empore der Kirche. Die Mitwirkenden waren aus dem gesamten Kirchenbezirk zusammengekommen und hatten die Musikstücke bereits am Vortag während eines Probensamstags einstudiert.
Zu den verschiedenen Amtshandlungen erklangen jeweils passende musikalische Beiträge. Mal sang der gesamte Chor, dann wieder musizierte das Orchester, der Jugendchor oder der Kinderchor. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer musikalischer Höhepunkt aller Mitwirkenden, der dem Gottesdienst einen eindrucksvollen und festlichen Schlusspunkt verlieh.